Betrachtung Nr. 75

Betrachtung Nr. 75

Was für ein Wunder! – vom 7. April 2020

Frei nach einer gelesenen ZEN-Geschichte

Was für ein Wunder, welch ein Geheimnis!
Ich laufe an Kanal und Loisach entlang. Pure Morgensonne, seit vielen Tagen ein unendlich blauer Himmel.
Ich sehe zwei Rehe äsen, einen Bussard auf der Stange sitzen. Zwei Wildgänse fliegen mit weit ausgebreiteten Schwingen über mich hinweg, zwei Elstern sitzen vor mir auf dem Weg. 9,3 Kilometer tragen mich meine Füße durchs Paradies. So viele Tiere sehe ich sonst nicht…
Später:
Was für eine Wunder, welch ein Geheimnis!
Ich sitze in der Sonne auf meinem Balkon, genieße eine Semmel mit selbstgemachtem Bärlauchpesto, die bunten, tibetischen Fahnen tanzen im Wind, jeder Moment ist ein Moment der Gnade, der Glückseligkeit.
Rundum ist alles still, ich fühle mich rund, gesund und EINS mit ALLEM.
Später:
Was für ein Wunder, welch ein Geheimnis!
Ich fahre mit meiner Mama im Rollstuhl durch die Siedlung, in der gelbe Forsythien und weiße Schlehenblüten mit ihren Düften grüßen.
Später:
Was für ein Wunder, welch ein Geheimnis!
Ich mache selbständig 30 Minuten Yoga in meinem Zimmer, bleibe in jeder Haltung eine Minute lang und fühle den Körper, meinen treuen Freund.
Acht Jahre lang bin ich jede Woche einmal in die Yoga-Stunde gefahren, daheim habe ich nie geübt. Vor einer Woche habe ich aus einem deutlichen Impuls heraus begonnen, endlich selbständig zu üben. Zeit genug habe ich jetzt dazu.

Ich mache mir einen köstlichen Kakao und lasse all diese Wunder noch einmal in Dankbarkeit auf mich wirken.

Barbara Regenbogenfrau © 2020